Am 28. April wurde es am Vormittag sehr voll in der Aula des Celtis-Gymnasiums: Schülerinnen und Schüler des Olympia-Morata-Gymnasiums und des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums kamen mit ihren Französischlehrkräften zu Besuch, um an einer Lesung des französischen Autors Jean-Philippe Devise teilzunehmen, die teilweise vom Landratsamt Schweinfurt im Rahmen der Förderrichtlinie „K29 at school“ finanziert wurde, die kulturell wertvolle Fördermaßnahmen an den Schulen des Landkreises Schweinfurt unterstützt.
Herr Devise hatte seine Geschichten „Jonas ne se lève plus“ und „Un détour“ dabei, die die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer auf verschiedenen Niveaustufen abholten. Wer allerdings eine Lesung im klassischen Sinn erwartet hatte, wurde aber etwas überrascht: Der Autor erzählt seine Geschichten in einer Weise, die das Publikum ständig mit einbezieht, mal auf Deutsch und mal auf Französisch, und setzt sich dabei nicht einfach hin, sondern geht aktiv auf die Hörer zu, lässt sie übersetzen und stellt ihnen Fragen. Langweilig wird es dabei nie, und alles wirkt so lebendig und persönlich, dass man irgendwie das Gefühl hat, man würde ihn schon lange kennen.
Wenn jemand weiß, wie es sich anfühlt, als Erwachsener noch eine Fremdsprache zu lernen, dann ist es Jean-Philippe Devise. Er war 27 Jahre alt, als er seine jetzige Frau, die aus Deutschland kommt, in der Pariser Métro kennenlernte, so dass ihm nichts Anderes übrigblieb, als sich beim Deutschlernen ordentlich ins Zeug zu legen. Schließlich stand einem Umzug nach Deutschland nichts mehr im Wege, und bis heute lebt er in Spirkelbach/ Pfalz, wo er Bücher schreibt, Videos für YouTube und Tiktok dreht, unterrichtet und Sprachkurse organisiert.
Aufgrund ihres jüngeren Alters haben es Schülerinnen und Schüler beim Sprachenlernen deutlich leichter, und wenn man auf Jean-Philippe Devise trifft, der mit viel Freundlichkeit und Geduld agiert, ganz ohne sein Publikum zu überfordern, dann wird es einem noch einmal leichter gemacht. Und wenn man schließlich noch von einem echten Franzosen für seine schnelle Auffassungsgabe gelobt wird, dann ist das wirklich etwas ganz Besonderes. Am Ende gab es viel Applaus vom jungen Publikum, und auch der Autor war voll des Lobes für seine Zuhörer.
A. Frenzel