Celtis-Schüler fahren nach München
Ein Stück Griechenland in Bayern? Unmöglich? Nein! Die Griechisch-Schüler der Klasse 8a des Celtis-Gymnasiums Schweinfurt haben sich mit ihren Lehrkräften Kerstin Schwarz und Andreas Engel Anfang Mai deshalb auf den Weg nach München gemacht. Denn dort hat vor etwa zweihundert Jahren König Ludwig I. die antike Kultur der Griechen sehr geschätzt; und zwar so sehr, dass man ihn zurecht als Philhellenen bezeichnen darf, als Freund der Griechen. Darum beauftragte er seinen Kunstagenten Martin von Wagner, einen gebürtigen Würzburger, zahlreiche griechisch-römische Skulpturen und Reliefs anzukaufen, um sie in der eigens dafür errichteten Glyptothek in München auszustellen. Darum sammelte er unzählige Exemplare griechischer Vasenkunst, die in den Staatlichen Antikensammlungen zu sehen sind. Bei den sogenannten Vasen handelt es sich um antike Tongefäße mit reichhaltiger Bemalung, die uns heute einen breiten Einblick in die Welt der alten Sagen z. B. eines Herakles, in die damalige Alltagskultur, aber auch in die Welt des Sports wie der Olympischen Spiele geben. Zusammen mit den Propyläen, einem Torbau, der den antiken Athener Propyläen nachempfunden ist, bilden Glyptothek und Antikensammlungen am Königsplatz eine Art Gesamtensemble des Altertums. Aber nicht nur am Königsplatz hinterließ Ludwig, der Philhellene, seine Spuren. Auch den Monopteros im Englischen Garten, einen Rundtempel im griechischen Stil, oder die Ruhmeshalle am Rand der durch das Oktoberfest weltweit bekannten Theresienwiese ließ er erbauen. In der Ruhmeshalle, die einer antiken griechischen Altaranlage nachempfunden ist, werden seit Ludwig I. bis heute Büsten bedeutender Persönlichkeiten aufgestellt, die sich um Bayern verdient gemacht haben. Die Schüler des Celtis-Gymnasiums zeigten sich sehr beeindruckt von der Fülle griechischer Kunst. Sozusagen lebendiger Griechischunterricht zum Anfassen! Naja, zumindest zum Anschauen und Bestaunen! Zum Schluss der Reise entdeckten die Schüler zusammen mit ihren Lehrkräften dann auch noch den Namensgeber ihres Gymnasiums in der Ruhmeshalle: Conradus Celtis. Zweifellos der Höhepunkt der Fahrt. Griechenland liegt gar nicht so fern, wie man glaubt.
A. Engel