Gelebte Schul- und Städtepartnerschaft – Schüler aus Seinäjoki zu Gast am Celtis-Gymnasium

In Zeiten, in denen die Welt vernetzter ist als je zuvor und Reisen in ferne Länder besonders für viele junge Menschen keine Besonderheit mehr darstellen, braucht es da noch Städtepartnerschaften oder Schüleraustausche? 

Tatsächlich lässt sich vielerorts beobachten, dass zwar viele Städtepartnerschaften auf dem Papier existieren, der persönliche Austausch jedoch in den letzten Jahren deutlich an Lebendigkeit eingebüßt hat. Derselbe Trend zeigt sich an den Schulen, wo der klassische Schüleraustausch nicht selten zugunsten von Kulturfahrten gewichen ist: Zu unbequem scheint vielen Jugendlichen und ihren Familien das Konzept, Gast bei einer Familie zu sein oder auch selbst einen Gast aufzunehmen.

Dabei sorgen gerade Erfahrungen, für die man die eigene Komfortzone verlassen muss, dafür, dass junge Menschen persönlich wachsen und sich weiterentwickeln. Beim alljährlichen Schüleraustausch des Celtis-Gymnasiums mit dem „Seinäjoen lukio“ aus dem finnischen Seinäjoki konnten die Schülerinnen und Schüler beider Länder mehr als nur die touristischen Besonderheiten des jeweils anderen Landes kennenlernen. Vielmehr hatten sie die Möglichkeit, tief in den Alltag des Austauschpartners einzutauchen und neue Freundschaften über die Grenzen hinweg zu knüpfen. Eine Erfahrung, die keine Pauschalreise je ersetzen kann! 

Erfreut über diese gelebte Schul- und Städtepartnerstadt zeigte sich auch Bürgermeister Dr. Ralf Hofmann, der nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt die Schülerinnen und Schüler des „Seinäjoen lukio“ herzlich im Schweinfurter Rathaus willkommen hieß. Denn gerade wenn nationalistische Bestrebungen immer mehr erstarken und das Recht des Stärkeren zunehmend das politische Handeln bestimmt, kann der Wert von Freundschaften innerhalb eines geeinten Europas gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. 

N. Pöschl