Tüfteln für die Medizin von morgen am Celtis-Gymnasium

Die Initiative Junge Forscher war zu Gast am Celtis-Gymnasium und brachte mit dem Projekt „Gesundheitstechnologie“ frischen Wind in den Unterricht der 10. Klasse. Statt trockener Theorie stand vor allem eines im Mittelpunkt: selbst ausprobieren, tüfteln und verstehen, wie Technik die Medizin von heute und morgen prägt.

Ein besonderes Highlight war der Bau einer funktionierenden Handprothese – und das mit überraschend einfachen Materialien. Aus Pfeifenreinigern, Klebeband, Schläuchen und mit etwas Geschick entwickelten die Schülerinnen und Schüler Modelle, die grundlegende Bewegungsabläufe einer menschlichen Hand nachahmen konnten. Beim Greifen einer Wäscheklammer wurde schnell deutlich, wie komplex selbst scheinbar einfache Bewegungen sind und wie viel Ingenieurskunst hinter modernen Prothesen steckt. Gleichzeitig zeigte das Projekt eindrucksvoll, dass Innovation nicht immer Hightech voraussetzt, sondern oft mit kreativen Ideen beginnt.

Neben dem praktischen Teil spielte auch die Diagnostik eine zentrale Rolle. Die Jugendlichen erhielten Einblicke in gängige Messmethoden wie Blutdruck- und Blutzuckermessung sowie in die Bestimmung der Körperoberflächentemperatur mithilfe einer Wärmebildkamera. Dabei wurde unter anderem untersucht, ob und inwieweit Armbanduhren oder spezielle Armbänder die gemessene Temperatur beeinflussen können.

Besonders spannend war die Beschäftigung mit dem Muskeltonus, also der Muskelspannung. Mithilfe einfacher Messverfahren konnten die Schülerinnen und Schüler nachvollziehen, wie elektrische Signale von Muskeln erfasst und ausgewertet werden. Solche Signale lassen sich beispielsweise nutzen, um durch gezielte Muskelbewegungen – etwa ein Blinzeln – digitale Geräte zu steuern, was insbesondere für Menschen mit körperlichen Einschränkungen neue Möglichkeiten eröffnet.

Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie eng Naturwissenschaft, Technik und Medizin miteinander verknüpft sind – und weckte beim ein oder anderen die Neugier, selbst an Lösungen für die Herausforderungen der Medizin von morgen mitzuarbeiten.

C. Selinka