Vom Palazzo bis zur Palme: Eine Woche zwischen Padua, Venedig und Vicenza

Am Sonntag, den 8. März, ging frühmorgens die Reise der Italienischschüler und -schülerinnen nach Italien los. Trotz einiger Hindernissen seitens der Bahn kamen wir pünktlich am Bahnhof von Padua an, wo wir von unseren Gastfamilien herzlich empfangen wurden. 

Am Montag hieß uns die Schulleiterin in der Aula Magna willkommen. Danach machten wir uns mit der Straßenbahn auf den Weg ins Zentrum, wo wir zuerst die eindrucksvolle Cappella degli Scrovegni mit den Fresken von Giotto besichtigten. Danach stand die Chiesa degli Eremitani und der alte Sitz der Universität auf dem Programm. Nach der Mittagspause ging es weiter zu den belebten Plätzen Piazza della Frutta mit dem Palazzo della Ragione und Piazza delle Erbe. Den Abend verbrachten wir dann in unseren Gastfamilien.

Am Dienstag folgte das große Staunen: Venedig. Schon die Ankunft war ein Erlebnis – überall Wasser, Brücken, Boote. Wir erfuhren, dass die engen Gassen in Venedig „calle“ heißen. Sie sind oft nach Berufen oder Personen benannt. Anschließend hatten wir eine Führung in der Scuola Grande di San Rocco. Das Gebäude und die Kunstwerke darin beeindruckten uns sehr. Nach einem weiteren Rundgang durch die Stadt konnten wir in der Mittagspause die besondere Atmosphäre der Stadt genießen. Auf unserem Weg kamen wir am Dogenpalast vorbei. Außerdem sahen wir die berühmte Seufzerbrücke, die auf Italienisch „Ponte dei Sospiri“ heißt. Danach gingen wir über den Markusplatz zum Markusdom („Basilica di San Marco“). Zum Schluss überquerten wir noch die bekannte Rialtobrücke. Am Ende des Tages fuhren wir vom Bahnhof Venezia Santa Lucia wieder mit dem Zug zurück nach Padua. 

Der Mittwoch begann schulisch: zwei Unterrichtsstunden in unserer italienischen Partnerschule gaben uns einen authentischen Einblick in den Alltag dort. Die Gebäude wirkten insgesamt deutlich abgenutzter als bei uns, dafür war der Umgang zwischen Lehrkräften und Schülern spürbar entspannter. Danach fuhren wir mit der Straßenbahn zum Orto Botanico di Padova. Der Biolehrer führte uns mit Leidenschaft durch den historischen botanischen Garten, der einst für Medizinstudierende angelegt worden war, damit sie Heilpflanzen studieren konnten. Besonders beeindruckend waren die Gewächshäuser, in denen verschiedene Klimazonen mit ihren Pflanzen gezeigt werden. Auch die Goethe-Palme, die seit 1585 dort steht, war sehr interessant. Am Nachmittag schauten wir uns noch die Basilika des Heiligen Antonius an, in der auch seine Reliquien liegen. 

Am Donnerstag ließen wir unsere Austauschpartnern an der Schule zurück, denn für uns ging es mit dem Zug nach Vicenza. Dort begann am frühen Vormittag unser Rundgang durch die Innenstadt mit der Piazza delle Erbe und der Piazza dei Signori, wo wir Zeit hatten, um die Basilica Palladiana und die einheimischen Märkte zu erkunden. Anschließend gingen wir zum Teatro Olimpico, über dessen beeindruckende Historie wir per Audioguide informiert wurden. Nach der Mittagspause kehrten wir zum Bahnhof zurück, um mit dem Zug zurück nach Padua zu fahren, wo uns unsere Austauschschüler wieder in Empfang nahmen. Den Nachmittag verbrachten wir dann mit ihnen gemeinsam, viele auch in größeren Gruppen.

Freitagmorgen trafen wir uns um acht Uhr am Bahnhof. Unser Ziel: Cittadella. Nach einer 45-minütigen Fahrt kamen wir dort an und wurden von unserer Reiseführerin Daria empfangen. Um in die Altstadt zu kommen, mussten wir zuerst durch die Neustadt laufen, die uns allen sehr gut gefiel. Ein kleines Highlight waren die Schildkröten, die wir am Fluss entdeckten. Im Museum zeigte Daria uns alte Waffen und Kleidung, bevor wir auf der vollständig begehbaren Stadtmauer Geschichte unter den Füßen spürten und weite Blicke über die Dächer warfen. Zurück in Padua legten wir einen ruhigen Nachmittag ein. Abends rundete eine Verabschiedung in der Schule mit Diashow und Buffet die Woche ab; einige nutzten die Energie für einen letzten Abstecher in die Stadt.

Am Samstagvormittag waren wir noch bis 11 Uhr in der Schule, dann begann die Heimreise. Gegen 1 Uhr nachts erreichten wir – müde, erfüllt, ein bisschen wehmütig – unser Zuhause. Hinter uns lag eine schöne Woche, die uns nicht nur Städte, Kunst und Geschichte nähergebracht hat, sondern auch Menschen: unsere Gastfamilien, neue Freunde – und uns selbst. Wir nehmen Erinnerungen mit, die wir so schnell nicht vergessen werden.

Klasse 10a