Seit 1992 findet nunmehr jährlich ein Austausch mit unserer Partnerschule, dem Lycée Francisque Sarcey
in Dourdan, statt.
In einer Epoche, in der ganz Europa versucht, eine gemeinsame Zukunft unter einem tragfähigen Dach aufzubauen,
sind direkte Kontakte zwischen jungen Menschen verschiedener Nationen unverzichtbar. In persönlichen Begegnungen
können Heranwachsende in den einzelnen europäischen Ländern sehr gut erkennen, dass sie oft die gleichen Interessen,
aber auch die gleichen Probleme haben, die sich gemeinsam meist am besten lösen lassen.
Auf der Grundlage dieser Einsicht konnte sich die Schulpartnerschaft zwischen dem Lycée Francisque Sarcey in Dourdan
und unserem Celtis-Gymnasium entwickeln und zu einer langjährigen Erfolgsgeschichte werden.
Dourdan ist ideal gelegen für einen Schüleraustausch. Als Kleinstadt mit mittelalterlichem Schloss und Stadtkern
bietet es den Reiz der französischen Provinz, hier Ile-de-France. Andererseits ermöglicht seine Lage – ca. 40 km
südwestlich von Paris, mit Schnellbahnanschluss dorthin, etwa auf halbem Weg nach Chartres – auch die französische
Hauptstadt kennen zu lernen.
Die Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe des Celtis-Gymnasiums und der ´classes de seconde et de premièré
setzen sich ca. 10 Tage lang den vielfältigen neuen, oft ungewohnten Eindrücken und Erfahrungen aus. Durchführung
und Gestaltung des Programms liegen in den Händen der Französischlehrerinnen und –lehrern der 10. Klassen und den
jeweiligen Kollegen und Kolleginnen aus Dourdan.
Milano / Italien
Im Schuljahr 2012/13 waren wir sehr froh, dass wir kurzfristig das Liceo Classico Berchet aus Mailand als
Austauschpartner gewinnen konnten, nachdem unsere langjährige italienische Partnerschule, das Liceo V. Gioberti
in Turin (Piemont), leider keinen Austausch mit uns durchführen konnte.
Mailand ist nicht nur die zweitgrößte Stadt Italiens und das Zentrum der italienischen Finanzwelt und der Mode,
sondern auch eine historisch und kulturell sehr interessante Stadt mit vielen faszinierenden Museen, Pinakotheken
und Ausstellungen, geschichtlichen Bauwerken und Kirchen, und zahlreichen kulturellen Veranstaltungen, von denen
natürlich die weltberühmte Scala mit ihren musikalischen Aufführungen von höchstem Niveau eine besondere Stellung
einnimmt.
Der Schüleraustausch in der 10. Jahrgangsstufe ist eine einzigartige Erfahrung. Die Schülerinnen und Schüler können
durch den Aufenthalt in einer italienischen Gastfamilie einen Einblick in die Alltagswelt der Italiener gewinnen,
Freundschaften mit Gleichaltrigen schließen und gleichzeitig ihre Sprachkenntnisse erweitern.
Bistriz / Rumänien
Bistritz, eine kleine Stadt im Norden Siebenbürgens, wurde zum ersten Mal 1241 urkundlich erwähnt. Sie ist von
Bergen umgeben und bewahrt noch heute zum Teil ihr reizvolles, mittelalterliches Aussehen. Als Stadtsymbol gilt
die Evangelische Kirche mit ihrem 75 m hohem Turm, der leider im Juni 2008 durch einen Brand verstümmelt wurde.
Bistritz gehört zu den sieben Burgen im Inneren des Karpatenbogens, die von Sachsen geprägt wurden und durch
das Zusammenleben von Rumänen, Ungarn, Sachsen, Juden, Romas u.a. ein Ort ist, wo Toleranz und Gastfreundlichkeit
groß geschrieben werden.
Schulische Tätigkeiten liegen 500 Jahre zurück, doch der erste Grundstein unseres Gymnasiums wurde 1908 gelegt
und bereits im Oktober 1911 wurde es als Konfessionelles Deutsches Gymnasium eröffnet. Kurz nach dem II. Weltkrieg
bis 1948 wird es als Rumänisches Jungengymnasium wirken, danach als Obergymnasium wissenschaftlichen Profils
und 1999 als „Liviu Rebreanu“ – Nationalkolleg anerkannt.
Mit diesen Worten stellt unsere rumänische Kollegin Marianne Arcălean ihre Stadt und ihre Schule im Jahresbericht
2008/09 vor. Nachdem sich die Grenzen unserer östlichen Nachbarn geöffnet hatten und viele Länder der EU beigetreten
waren, entstand an unserer Schule der Wunsch, einen Schüleraustausch auch mit einer Schule aus einem ostmitteleuropäischen
Land zu initiieren. 2008 erfolgte der erste Besuch einer Gruppe aus Bistritz, 2009 der erste Gegenbesuch. Seitdem hat
beinahe in jedem Jahr ein Austausch stattgefunden, auch wenn die Entfernung groß ist. Die meisten der Fahrten nach
Bistritz wurden mit einem mehrtägigen Aufenthalt in Wien kombiniert, so dass die Busreise in zwei Etappen stattfand.
Bistritz ist die nördliche „Siedlungsinsel“ der Siebenbürger Sachsen, einer deutschsprachigen Gemeinschaft, die
seit dem Mittelalter im Land ansässig ist. Es leben heute nicht mehr viele Angehörige dieser Volksgruppe in der
Stadt, aber der intensive Deutschunterricht am „Liviu Rebreanu“ ist natürlich eine Reminiszenz an die große Bedeutung
des Deutschen in der Vergangenheit. Viele der rumänischen Austauschschüler haben auch deutsche Vorfahren, auch wenn
sie selbst in ihrer Familie nicht mehr Deutsch sprechen. Trotzdem verfügen sie in der Regel über sehr gute deutsche
Sprachkennnisse, so dass die Verständigung gut funktioniert. Das Verhältnis zwischen deutschen und rumänischen
Schülern gestaltete sich immer besonders freundschaftlich. Der Austausch wird von rumänischer Seite getragen von
Prof. Ioan Arcălean, der auch im Deutschen Verein von Bistritz engagiert ist.
Das Programm in Bistritz umfasste immer interessante Ausflüge, z.B. in die Karpaten, nach Sighişoara / Schäßburg
und Klausenburg und in das berühmte Salzbergwerk von Turda.